KAPITEL 12 #2

Die Resonanz kommt aus Splints Brust. Theo spürt, wie sie durch die H?nde an seiner Taille überspringt, spürt, wie sie durch seinen Oberk?rper rollt wie eine Basswelle aus einem Lautsprecher, der gegen nackte Haut gepresst wird.

Aber diese Resonanz hat Inhalt. Keine Sprache.

Bedeutung. Sie sagt: Ich habe auf dich gewartet. Ich habe so lange gewartet.

?Ich auch“, flüstert Theo. ?Ich wusste nur nicht, dass du es bist.“

Splint zieht ihn heran.

Die Holzhaut presst sich gegen Theos ganze Vorderseite, Brust an Brust, Bauch an Bauch, Theos Schwanz gefangen zwischen dem eigenen Bauch und der warmen, strukturierten Fl?che von Splints Rumpf, und die gerippte Oberfl?che schleift über seinen Schaft, und Theos Sehen verwei?t für eine halbe Sekunde vor roher Empfindung.

Er schlingt die Arme um Splints Hals. Seine Finger finden das Mooshaar, und es ist dicht und kühl und feucht und lebendig, und er krallt sich hinein, und Splints Mund ?ffnet sich weiter, und der Laut, den er erzeugt, keine Stimme, kein Wort, eine Resonanz, die Theo in den Plomben und den Brustwarzen und den Fu?gew?lben spürt, ist Hunger. Rein und alt und ungeheuer.

Die Blüten auf Splints K?rper drücken sich gegen Theos Haut.

überall, wo sie berühren, hinterlassen sie Spuren aus Blütenstaub und Sporenmehl, das einsinkt wie ?l, und jeder Kontaktpunkt wird zu einem Punkt aus Hitze, aus Empf?nglichkeit, aus Nervenenden, neu verdrahtet, um Lust auf einer Frequenz zu senden, von der Theo nicht wusste, dass sein K?rper sie empfangen kann.

Seine Haut wird zu einem Instrument. Splint lernt, darauf zu spielen.

Splint bewegt eine Hand, w?hrend die andere Theos Gewicht mühelos h?lt, und zieht die Finger Theos Wirbels?ule hinunter.

Die Rindentextur schabt leicht, und Theo krümmt sich st?hnend durch, und hinter dem St?hnen macht sein Gehirn eine hektische Rechnung: Diese Finger sind so dick wie sein eigener Schwanz, und sie gehen tiefer, folgen der Kurve der Wirbels?ule zum Kreuz, zur Spalte seines Arsches, und eine Fingerkuppe, warm, glitschig, überzogen mit der warmen N?sse, die, wie Theo jetzt spürt, aus den N?hten in Splints Holzhaut sickert, überall dort, wo die Erregung die Oberfl?che aufgesprengt hat, drückt sich gegen sein Loch.

Der bernsteinfarbene Saft ist warm. W?rmer als K?rpertemperatur.

Er kommt mit der empfindlichen Haut dort in Kontakt, und Theos ganzer Unterk?rper l?st sich auf in ein Summen von Empfindung, für das es keinen Namen gibt.

übersensibilisiert. Der Saft tut etwas. Theo spürt ihn arbeiten, ein warmes, sich ausbreitendes Kribbeln, das den Muskel entspannt, ohne ihn zu fragen, das das Gewebe mit Blut flutet, das seinen Muskelring in den empfindlichsten Quadratzentimeter Haut an seinem K?rper verwandelt.

Sein Schwanz n?sst an Splints Rindenbauch, und allein diese Reibung bringt ihn fast so weit.

?Schei?e, warte, ich.“ Theo wei? nicht, worum er bittet. Er sagt es trotzdem: ?Mehr. Alles.“

Die Frequenz aus Splints Brust sinkt tiefer.

Sie rollt in einer langsamen, absichtsvollen Welle durch Theo, von dort, wo ihre Brustk?rbe sich pressen, hinunter durch Theos Bauch und Schritt und direkt in den Finger, der gegen sein Loch drückt.

Das Zittern dort. Genau dort. Gegen den Muskelring, den der bernsteinfarbene Saft erlesen, qu?lend empfindlich gemacht hat.

Theo schreit. Kein Schmerz. Keine Lust. Ein Laut dazwischen und jenseits von beidem, herausgerissen aus einem Teil von ihm, der noch nie einen Laut gemacht hat.

Der Finger schiebt sich hinein.

Dick. Glitschig von warmem Saft. Die Rindentextur ist hier glatter, Splints Fingerkuppen, das wei? Theo noch vom Lager, sind anders, weicher, wie helles Splintholz, aber es ist immer noch Struktur da, immer noch eine leichte gerippte Maserung, die an Theos Innenw?nden f?ngt und schleift, und der Saft überzieht alles, warm und rutschig und euphorisch.

Theo spürt, wie die W?rme durch das Gewebe in ihm aufgenommen wird, und die Wirkung ist sofort da, eine sich ausbreitende goldene Hitze, die in seine Muskeln sinkt, sein Blut, sein Rückenmark, eine Lust, die so tief geht, dass sie sich geologisch anfühlt.

Sein Sehen wird bernsteinfarben an den R?ndern. Sein K?rper ?ffnet sich.

?Mehr“, sagt Theo. Das Wort ist kaum noch ein Wort.

Es ist eine Frequenz für sich, rauer und verzweifelter als alles, was Splint erzeugt, aber im selben Register, und Splint spürt es.

Theo wei?, dass Splint es spürt, weil die Blüten auf seinen Unterarmen sich weiter ?ffnen und neue Knospen an den Schlüsselbeinen aufbrechen und der Saft schneller flie?t und das Glühen des Waldschrats auflodert.

Splint arbeitet ihn auf, mit einer Geduld, die nicht zum Eifer in seinen Augen passt. Aus einem Finger wird Druck in Richtung zwei, und die W?rme mildert die Dehnung, bis Theo sich auf das Eindringen zurückschaukelt, die Fü?e frei in der Luft, gehalten von einer massigen Hand an der Hüfte, w?hrend die andere ihn von hinten ?ffnet.

Der Ton moduliert. Splint testet Frequenzen, begreift Theo, sucht die eine, die Theos Prostata aufleuchten l?sst wie eine Leuchtkugel, und als er sie findet, schl?gt Theos Schwanz gegen den Rindenbauch und ein Faden Lusttropfen zieht sich zwischen ihnen, und Theo macht ein Ger?usch, das in keinem menschlichen Sinn Sprache ist.

?Jetzt. Bitte. Jetzt.“

Splint zieht die Finger zurück, und die Leere ist eine Grausamkeit, gegen die Theo aufst?hnt.

Dann verlagert Splint den Griff, beide H?nde jetzt an Theos Hüften, hebt ihn h?her, und Theo sieht die L?nge seines eigenen K?rpers hinab dorthin, wo Splints Schwanz gegen den Rindenbauch steht, gl?nzend von bernsteinfarbenem Saft, die gerippte Struktur f?ngt den Schein.

Er ist riesig. Er ist furchteinfl??end und sch?n, und Theo will ihn mit einer Gier, die ihm in den Z?hnen wehtut.

Splint l?sst ihn hinunter.

Die Spitze, stumpf, breit, glitschiger als alles, was Theo je gespürt hat, w?hrend der warme Saft in der Sekunde des Kontakts seine euphorische Arbeit an Theos Rand aufnimmt, drückt sich gegen sein Loch.

Theo atmet. Die Sporen in der Luft füllen ihm die Lunge, und sein K?rper sagt ja in einer Sprache, die sein Verstand eine ganze Sekunde sp?ter übersetzt. Er drückt nach unten.

Die Dehnung ist, ungeheuer. Es gibt kein anderes Wort.

Ungeheuer und langsam und durchtr?nkt von einer warmen goldenen Euphorie, die das, was Schmerz sein müsste, in etwas verwandelt, das jenseits des Schmerzes liegt, in einem Land, wo Nervensignale umgeschrieben ankommen, wo das Alarmsystem des K?rpers von einer Chemie gekapert wurde, die ?lter ist als der Begriff der Medizin.

Theo sinkt. Zentimeter um Zentimeter. Die Rippen fangen an seinen Innenw?nden, und jede schickt einen Sto? Empfindung durch ihn, der sich verzweigt wie ein Blitz, die Wirbels?ule hinauf, in die Eier, hinaus in die Fingerspitzen, die sich in Splints Mooshaar krallen.

Auf halbem Weg bricht Theos Sehen auseinander.

Es verschwimmt nicht. Es spaltet sich. Er sieht die Lichtung, das Mondlicht, Splints Gesicht fünfzehn Zentimeter vor seinem.

Aber er spürt auch, wie das unterirdische Netz auf das antwortet, was darüber geschieht.

Jeder Baum auf der Lichtung glüht heller.

Die Blüten auf Splints K?rper ?ffnen sich in Reihenfolge, eine wei?e Welle rollt seinen Rumpf hinauf zur Kehle, und die Sporenabgabe verdoppelt sich, verdreifacht sich, die Luft wird bernsteingolden, und Theo atmet sie ein, und sie schmeckt wie das, was in ihm ist, und sein K?rper ist ein Stromkreis, und der Stromkreis schlie?t sich.

Splint setzt Theo ganz auf sich ab und h?lt ihn dort.

Voll. Das Wort deckt es nicht. Theo ist aufgespie?t auf zweieinhalb Metern uraltem Wald, der gerippte Schaft an jede innere Fl?che gepresst, die stumpfe Spitze so tief, dass er sie hinter dem Nabel spürt, und die Resonanz, Herrgott, die Resonanz.

Splints Schwanz zittert. Dieselbe subsonische Frequenz wie seine Brust, aber konzentriert, gebündelt, und sie trifft Theos Prostata mit der Pr?zision einer Waffe, die über Jahrhunderte der Evolution für genau diesen Zweck entwickelt wurde.

Um einen Menschen auf seine Einzelimpulse zu reduzieren. Um ihn zu spielen wie einen Nerv.

Theo kommt.

Er entscheidet sich nicht dafür. Es passiert einfach, der Orgasmus rei?t durch ihn wie Wetter, wie eine Kraft, die zur Atmosph?re geh?rt und nicht zu seinem K?rper.

Sein Schwanz zuckt zwischen ihnen, unberührt, und bemalt die Holzhaut an Splints Bauch, und die Kontraktionen um den Schaft in ihm bringen Splints Brustresonanz zum Stottern und lassen sie die Tonh?he wechseln, hinab in eine Frequenz, die fast subsonisch ist, eine, die Theo in den Nieren spürt und in den Z?hnen und in den Haarwurzeln.

Splint bewegt sich.

Der erste Sto? hebt Theo sieben Zentimeter vom Schaft und bringt ihn wieder herunter, und die Rippen schleifen über Nerven, die der Orgasmus blank gescheuert hat, und Theo entdeckt, dass der Orgasmus nicht vorbei ist. Er ist umgeleitet worden.

Der bernsteinfarbene Saft l?sst ihn nicht weich werden.

Sein Schwanz bleibt hart, fast violett angelaufen, und der n?chste Sto? erzeugt eine zweite Welle von Kontraktionen, die mit der ersten zu einem rollenden, ununterbrochenen Krampf aus Lust verschmilzt, der keine Gipfel und keine T?ler hat, nur eine gehaltene H?he, auf der er sterben wird.

Er wird hier sterben, aufgespie?t auf einem Waldgott, auf einer Lichtung im tiefen Wald, und es wird der beste Tod sein, den je ein Mensch hatte, und es ist ihm egal, es ist ihm egal, es ist ihm.

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