KAPITEL 15 #4

Kern stemmt sich über ihm ab. Blockiert das Kronendach.

Seine Arme sind Pfeiler links und rechts von Masons Kopf, die Risse glühen, Augen wie geschmolzenes Harz brennen von einem Meter über ihm auf ihn herab.

So nah sieht Mason etwas hinter diesen Augen sich bewegen.

Kein Denken, nicht auf irgendeine Weise, wie er Denken versteht.

Aber Erkennen. Aufmerksamkeit. Eine Konzentration, so unteilbar, dass es ist, als w?re man der einzige Stern an jemandes Himmel.

Kern fickt ihn in die Erde.

Nicht sanft. Mason will nicht sanft, und Kern wei? das, seit bevor Mason es selbst wusste.

Hart. Tief. St??e, die bis zum Anschlag gehen und durch Masons K?rper klingen wie ein Hammer auf einen Amboss.

Die gerippte Fl?che schleift bei jedem Sto? über Masons Prostata, und die warme N?sse ist überall, bernsteinfarben und warm, überzieht sie beide, schmatzt obsz?n bei jedem Aufprall.

Masons Schwanz ist zwischen ihren K?rpern eingeklemmt, und die Reibung der rauen Fl?che auf seiner Haut reicht, um ihn an der Kante zu halten, ohne ihn hinüberzusto?en, ein anhaltendes Plateau aus Empfindung, das ihn winden und bocken und ins Moos krallen l?sst.

Seine Stimme ist weg. Sein Hals ist wund vom Schreien.

Was jetzt herauskommt, sind Laute, von denen er nicht wusste, dass menschliche Stimmb?nder sie erzeugen k?nnen: tief, rhythmisch, mit jedem Sto? aus ihm herausgeschlagen.

Der Boden unter ihm bebt. Die B?ume schaudern.

Die Luft zittert. Alles ist Frequenz, alles ist Resonanz, alles ist Kern.

Der dritte Orgasmus baut sich aus den Zehen auf.

Er klettert die Beine hinauf, kriecht das Rückgrat hoch, sammelt sich an der Sch?delbasis wie eine Gewitterfront.

Kern muss spüren, wie er sich aufbaut, über die Verbindung, denn die Resonanz trifft eine Frequenz, die jeden Muskel in Masons K?rper starr verriegelt.

Er w?lbt sich vom Boden, oder versucht es, aber Kerns Gewicht nagelt ihn fest, und der Orgasmus bricht.

Mason schreit in den Waldboden. Der Laut wandert durch das Moos und die F?den und das Wurzelsystem, und irgendwo in den B?umen explodieren schlafende V?gel von den ?sten, und der Schein auf der Lichtung wird für drei Herzschl?ge wei?glühend.

Kern folgt. Mason spürt es: Das Beben erreicht seinen Gipfel, wird zu einem einzigen Basston, so tief, dass er tektonisch ist, und Kerns Schwanz pulsiert in ihm, dick und hei?, und die W?rme, die ihn flutet, ist bernsteinfarben wie Blut und summt von derselben Ladung, die die Lichtung erleuchtet.

Er ist voll. Er l?uft über. Er glüht. Er kann es sehen, Bernsteinlicht sickert durch seine eigene Haut, wo der Saft eingezogen ist, die Venen von hinten beleuchtet wie Glasfasern.

Kern h?lt ihn. Bleibt in ihm. Senkt seinen massigen K?rper vorsichtig, bis sein Gewicht auf Mason ruht, nicht erdrückend, aber schwer, eine warme Pressung gegen die Erde, festgehalten zwischen uraltem Holz und uraltem Boden.

Der Laut wird weicher. Sanfter. Wird ein gehaltener, leiser Ton, ein Murmeln, das durch beide K?rper summt, Masons Herz verlangsamt, seinen Atem verlangsamt, das hektische Kreiseln seiner Gedanken verlangsamt, bis nur noch das Gewicht ist und die W?rme und das Dunkel.

Mason weint.

Nicht sch?n. Keine kathartischen Filmtr?nen.

Er weint, wie M?nner weinen, die zehn Jahre nicht geweint haben und vergessen haben, wo der Ausschalter ist. H?sslich.

Krampfend. Das Gesicht in das Holz von Kerns Brust gepresst, der K?rper zitternd, Rotz und Salz auf uralter Maserung.

Er weint um jede Faust, die er geworfen hat, wenn er greifen wollte.

Um jede Frau, die er gefickt hat, um niemandem etwas zu beweisen.

Um jedes Mal, wo er hart gew?hlt hat, w?hrend sein K?rper um weich bat.

Um jede Tür, die er in sich abgeschlossen hat, weil man ihm gesagt hat, abgeschlossene Türen seien das, was starke M?nner haben.

Kern h?lt ihn durch alles hindurch. Diese gewaltigen Arme falten sich um Masons Rücken, und die W?rme ist vollst?ndig, und der tiefe Ton ist ein Wiegenlied auf der tiefstm?glichen Saite, und das Bernsteinlicht pulsiert sanft, sanft, im Takt von Masons zerfetztem Atem.

Irgendwann h?rt das Weinen auf. Mason liegt im Moos, im Schein, im K?fig von Kerns Armen, und atmet.

Sein K?rper ist ruiniert. Sein Kopf ist blank gescheuert.

Er fühlt sich neu. Schrecklich und neu, wie ein Geb?ude nach einem Brand, die Struktur steht noch, aber innen ist alles bis auf die St?nder ausgeweidet.

Kern verlagert sich. Zieht sich langsam aus ihm zurück.

Mason zischt bei dem Verlust, der pl?tzlichen Leere, und Kern legt sich neben ihn, einen Arm noch quer über Masons Brust. Das Moos polstert sie beide.

Die F?den dunkeln zu einem weichen Schein ab.

Auf der Lichtung ist es still bis auf das Atmen: Masons zerfetzter, menschlicher Atem und der tiefere, langsamere Rhythmus von Kern, der klingt wie Wind durch Altholz.

Mason dreht den Kopf. Sieht Kern an. So nah ist das Holzgesicht fremd und rau, und nichts daran ist menschlich, und Mason hat keine Angst.

?Was passiert jetzt?“, fragt er. Seine Stimme ist zerst?rt. Ein Flüstern aus Schotter.

Kerns Frequenz verschiebt sich. Keine Antwort. Etwas Tieferes. Ein Gefühl, durch Kontakt und Boden und Spore gedrückt: jetzt geh?rst du mir, und ich bin der Wald, und du wirst mich immer h?ren.

Mason schlie?t die Augen. Das Bernsteinlicht bleibt hinter den Lidern. Er kann das Geflecht unter sich spüren, wie es sich endlos durch den Schwarzwald zieht, und an jedem Knoten einen Herzschlag, und seiner ist jetzt einer davon.

Er schl?ft.

Er tr?umt nicht. Er muss nicht. Das Ding, das er sein ganzes Leben lang bek?mpft hat, liegt neben ihm, eine Hand auf seiner Brust, und der Schwarzwald h?lt sie beide in seiner dunklen Geduld, und zum ersten Mal in Mason Vogts Leben ist der L?rm in seinem Kopf still.

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