KAPITEL 19 #2
Moder wichst ihn. Langsam. Wissenschaftlich.
Passt Griff und Druck bei jeder Reaktion an, lernt Nolans Antworten in Echtzeit, und die F?den, die aus seinem Handgelenk wachsen, legen sich um Nolans Eier, wiegen sie, drücken sanft im Takt des Glühens der Kammerw?nde.
Das Glühen ist heller jetzt. Es antwortet.
?Moder.“ Seine Stimme ist ein Wrack. ?Ich brauche dich in mir.“
Moders Augen flammen grün. Seine Vibration wird tiefer. Kein Wort, aber eine Antwort, unmissverst?ndlich.
Er dreht Nolan auf den Bauch. Das Moos unter Nolans Brust ist warm, atmend, lebendig an seinen Brustwarzen und seinem Schwanz.
Moders H?nde spreizen Nolans Oberschenkel, diese langen Finger umspannen die ganze Breite seines Beins, und die erste Berührung von warmem Saft an Nolans Loch ist eine Offenbarung.
Dickflüssig. Die euphorisierende Substanz wird über die Schleimhaut schneller aufgenommen als über die Haut, und die Wirkung trifft Nolan in glatten zwei Sekunden: ein Lockerwerden, ein Weichwerden, jeder Muskelring entspannt sich mit einer Lust, die an einen Orgasmus grenzt, bevor überhaupt etwas in ihm ist.
Zuerst eine Ranke. Dünn, biegsam, tastend.
Moders Faden. Schmeckend, nicht eindringend.
Er findet seinen Weg in Nolan hinein und kartiert ihn von innen, und durch die Verbindung kann Nolan Moders Neugier spüren, seine Faszination, die uralte fremde Intelligenz, die menschliche Anatomie von innen studiert wie ein Kartograf, der neues Land aufnimmt.
?Oh Schei?e.“ Nolans Gesicht f?llt ins Moos. ?Oh, Schei?e.“
Die Ranke wird dicker. Teilt sich. Zwei Ranken jetzt, die ihn sanft dehnen, sein Inneres mit warmem Saft überziehen, und die Euphorie ist kumulativ, jede Schicht heftiger als die vorige.
Nolans Schwanz tropft ins Moos, und der Boden nimmt es auf, und irgendwo im Geflecht spürt er Theo erschauern, spürt Masons H?nde sich ballen, spürt das Echo seiner eigenen Lust aus fünf anderen Nervensystemen zurückkommen.
Die Ranken finden seine Prostata. Nicht zuf?llig.
Moder hat Nolans innere Anatomie im Lauf von drei Begegnungen kartiert und wei? genau, wo jedes Nervenbündel sitzt, und jetzt drückt er.
H?lt. Pulsiert. Eine rhythmische Stimulation, die in Mikroschritten an Intensit?t zunimmt, jeder Puls einen Bruchteil h?rter als der letzte, und Nolans H?nde krallen sich ins Moos und seine Hüften rollen und er macht Laute, die er noch nie aus seinem eigenen Mund geh?rt hat.
Tief, rau, animalisch. Der Biologe. Der sorgf?ltige Beobachter.
Reduziert auf Nervenenden und Bedürfnis.
Moders andere Hand pinnt Nolans Hüften fest. H?lt ihn still. Zwingt ihn zu empfangen, ohne umzulenken, ohne zu steuern, und der Kontrollverlust ist seine eigene Lust. Erschreckend, befreiend, ein freier Fall in Empfindung mit Moders K?rper als einzigem festen Punkt.
?Mehr“, keucht Nolan. ?Bitte. Mehr.“
Moder gibt ihm mehr. Eine dritte Ranke. Die Dehnung wird ernst, Druck an der Grenze zum Schmerz, gerettet von den euphorisierenden Eigenschaften der W?rme.
Die Ranken bewegen sich unabh?ngig voneinander in ihm, verschiedene Rhythmen, verschiedene Drücke, ein abgestimmter Angriff auf jede empfindliche Fl?che, und Nolans Schwanz l?uft stetig, ein klarer Faden h?ngt von der Spitze ins glühende Moos hinunter.
* * *
Mason bricht.
Es ist die Verbindung, die es tut. Er steht drei Meter von Kern entfernt, die F?uste geballt, die Z?hne zusammengebissen, versucht die Linie zu halten, und dann tr?gt das Geflecht Nolans Lust zu ihm, und Masons K?rper klappt nach vorn, als h?tte man ihn geschlagen.
?Schei?e.“ Er keucht. Schwei? schneidet Rinnsale durch die Bernsteinspuren auf seiner Haut. ?Schei?e.“
Kern bewegt sich nicht. Kern hat sich nie bewegen müssen.
Kerns Geduld ist tektonisch. Er steht im Bernsteinglühen seiner eigenen zerrissenen Rinde und wartet, und die Sporen, die von ihm abfallen, sind dick genug zum Schmecken.
Petrichor, zerriebene Fichtennadeln, dunkler Honig, der animalische Moschus eines Wesens, das seine eigene Vorherrschaft nie ein einziges Mal infrage gestellt hat.
Mason macht einen Schritt. Noch einen. Sein K?rper bewegt sich gegen die letzten Einsprüche seines Verstands, und sein Schwanz ist so hart, dass es wehtut, die Art hart, die Denken unm?glich macht.
Er bleibt drei?ig Zentimeter vor Kerns Brust stehen.
Der Gr??enunterschied ist absurd. Masons Gesicht auf H?he von Kerns Solarplexus, die dunkle Fl?che strahlt Hitze ab wie ein Holzofen.
Kerns Hand hebt sich. Legt sich auf Masons Kopf. Finger fahren durch sein rotbraunes Haar. Und die Vibration, die er jetzt erzeugt, ist anders als alles, was Nolan bisher gespürt hat. Tiefer, komplexer, geschichtet. Ein Klang wie die Erde, die zustimmt.
Mason geht auf die Knie. Nicht gesto?en.
Nicht gezwungen. Er geht hinunter mit der bedachten Sorgfalt eines Mannes, der eine Entscheidung trifft, vor der er weggelaufen ist, seit er diesen Wald betreten hat, und er presst die Stirn an Kerns Oberschenkel, und Kerns Finger schlie?en sich fester in seinem Haar, und Nolan spürt den genauen Moment, in dem Masons Widerstand zerspringt.
Er zerspringt nicht wie Glas. Er schmilzt. Wie Permafrost, der einer W?rme nachgibt, die er nie gekannt hat.
Der Laut, den Mason macht, tief, gebrochen, dankbar, tr?gt durch die Verbindung, und Jonah, jetzt allein, f?llt auf dem Moosboden auf H?nde und Knie unter dem Echo davon. Seine Augen finden Nolans quer durch die Kammer. Dieser Blick. Derselbe Blick wie am See, aus zehn Jahren Nicht-Sagen.
Komm her, sagen Jonahs Augen. Bitte komm her.
Aber Moder ist noch nicht fertig mit Nolan.
Die Ranken ziehen sich zurück, und etwas Gr??eres drückt gegen seinen Eingang: der Kopf von Moders Schwanz, strukturiert mit feinen Rindenrippen, gl?nzend von Saft, so breit, dass Nolan der Atem stehen bleibt.
Die Rippen fangen und schleifen an seinem Rand, jede ein eigener Punkt von Empfindung, und der Saft l?sst jedes Fangen gut sein, macht die Dehnung nicht nur ertr?glich, sondern notwendig, sein K?rper ?ffnet sich für ein Ma?, für das er nie gebaut war, und stellt fest, dass es passt.
Moder schiebt sich hinein. Langsam. Unerbittlich.
Jeder Zentimeter anders strukturiert, glattes Holz nahe dem Kopf, dann die Rippen, dann eine breitere Ausbuchtung, die Nolan aufschreien und F?uste voll Moos greifen l?sst. Der lebende Boden unter ihm pulsiert aus Mitgefühl oder Ermutigung oder Gier.
Das Glühen der Kammerw?nde verschiebt sich von Bernsteingrün zu reinem Bernstein, w?rmer, heller.
?Oh Gott.“ Nolans Stirn auf dem Boden. Sein K?rper zittert. ?Oh Gott, oh Gott.“
Moder st??t bis zum Anschlag, und die Vibration, die er erzeugt, schwingt durch jeden Zentimeter Kontakt: den Schwanz in Nolan, die H?nde auf seinen Hüften, die Ranken, die sich um seine Brust geschlichen und seine Brustwarzen gefunden haben.
Die Vibration ist eine Frequenz, die Nolans Prostata singen und sein Sichtfeld an den R?ndern wei? werden l?sst, und der Orgasmus, der zu brechen droht, ist nicht nur seiner.
Er geh?rt allen, acht K?rper voll Empfindung, die durch ihn hindurchgetrichtert werden, weil sein ganzer Rumpf auf dem Boden liegt.
Er h?lt. Gerade so. Z?hne im Moos. Moder liest die Signale seines K?rpers und passt sich an, nimmt zurück, ver?ndert den Winkel, h?lt ihn an der Kante, ohne ihn darüberzusto?en.
Noch nicht. Die Kammer ist nicht fertig.
* * *
Die Konstellationen verschieben sich.
Splint l?st sich von Theos Oberschenkeln und richtet sich auf.
Zweieinhalb Meter junges helles Holz, die wei?en Blüten auf seinen Unterarmen jetzt voll ge?ffnet, Pollen st?uben in der Luft wie leuchtender Schnee.
Theo winselt über den Verlust. Derek f?ngt ihn auf, zieht Theo an seine Brust, und Theo dreht sich in seinen Armen und legt beide H?nde um Dereks Schwanz und wichst ihn im selben rücksichtslosen Rhythmus, in dem er Gitarre spielt.
Schnell, sicher, ein bisschen gef?hrlich.
Derek zieht Theo n?her. Eine Hand in Theos Nacken, die andere greift zwischen sie und legt den eigenen Griff zu Theos um seinen Schwanz, ihre Finger verschr?nken sich um den Schaft, sie reiben gemeinsam.
Dereks Stirn an Theos gepresst. Ihr Atem vermischt sich.
Der Skeptiker und der Wildfang. Die beiden, die einander zuerst gefunden haben, damals im Zelt am See, als Dereks analytischer Widerstand an Theos Ehrlichkeit zerbrach wie ein Damm an steigendem Wasser.
?Ich kann alles spüren, was sie spüren“, sagt Derek. Seine Stimme ist klinisch. Zerst?rt. Beides gleichzeitig. ?Durch den Boden. Moders Ranken in Nolan. Ich kann ihre Form spüren. Die Textur. Das dürfte neurologisch nicht m?glich sein.“
?Halt die Klappe“, sagt Theo und küsst ihn hart genug, um die Diagnose zu beenden.
Durch die Luft schmeckt ihr Kuss nach Statik. Nach der Ladung vor einem Blitz. Nolan spürt es an den Innenseiten der Arme, G?nsehaut rast vom Handgelenk zur Schulter, und Moder summt zustimmend, eine Vibration, die Nolans ganzen K?rper in Resonanz bringt.
Splint geht zu Jonah hinüber.
Jonah kniet, sieht zu, wie Nolan gefickt wird, sein eigener Schwanz dunkel und schwer und unberührt.
Als Splints Schatten auf ihn f?llt, sieht Jonah hoch.
Und weiter hoch. Zweieinhalb Meter Waldschrat sehen auf ihn herunter mit diesem goldenen, unblinzelnden Blick, das Moos auf seinen Schultern glüht wie Faulholz, und die kleinen wei?en Blüten drehen sich zu Jonah hin, wie Sonnenblumen der Sonne folgen.
?Ja“, haucht Jonah. ?Okay. Ja.“
Splint kniet sich hin, ein langes, anmutiges Falten von Gliedern, das sein Gesicht auf Jonahs H?he bringt, und sein Mund ?ffnet sich.
Zu weit. Dunkle glatte Z?hne und eine Zunge, die keine Zunge ist, ein Organ, biegsamer, greiff?higer, und als sie Jonahs Mund berührt, st?hnt Jonah so tief, dass der Laut sich als k?rperliche Vibration auf jeden K?rper in der Kammer übertr?gt.