KAPITEL 20

DAS KERNHOLZ

Kern bewegt sich in die Mitte, und die Kammer ordnet sich um ihn herum neu wie ein Sonnensystem, das seinen Stern findet.

Keine Entscheidung. Schwerkraft. Von der Stelle, an der Kern steht, pulsieren die F?den nach au?en, konzentrische Wellen, die Nolan jetzt sehen kann, tats?chlich sehen, das Bernsteinlicht kr?uselt sich durch den Moosboden wie Ringe im Wasser.

Jede Welle tr?gt Information. Anweisung.

Eine Geometrie aus K?rpern, die der Wald entworfen hat, seit lange bevor einer von ihnen den Fu? in den tiefen Wald gesetzt hat.

Nolan richtet sich auf. Die Beine zittern ihm.

Moders Saft l?uft noch immer aus ihm heraus, warm an der Innenseite des Oberschenkels, und die euphorischen Spuren in der Blutbahn lassen die Kammerw?nde am Rand seines Blickfelds schwimmen, Farben bluten in Ger?usche, das Bernsteinlicht sendet einen Ton knapp unterhalb der H?rschwelle.

Sein Schwanz ist wieder hart. Er ist nie ganz weich geworden.

In der sporendichten Luft der Wurzelkammer ist Erektion ein Dauerzustand, und das Ziehen ist so best?ndig, dass es zum Ausgangswert geworden ist, von dem jede andere Empfindung aufbricht.

Kern l?sst sich auf den Moosboden nieder.

Die Bewegung ist langsam, tektonisch, und als er sitzt, den Rücken gegen die gro?e mittlere Wurzels?ule, die wie ein Rückenmark von der Decke herabf?llt, erschauert die Kammer.

Seine Beine ?ffnen sich. Sein Schwanz hebt sich aus dem Ansatz von Rinde und dunklem Mooshaar, dick wie Masons Unterarm, in tiefen Wirbeln geriffelt, bernsteinfarbener Saft perlt an der Eichel und l?uft in langsamen Rinnsalen am Schaft hinunter, die im Licht der Kammer glühen.

Mason ist schon unterwegs zu ihm.

Kein Z?gern mehr. Was Mason vor einer Stunde noch war, widerst?ndig, wütend, mit wei?en Kn?cheln an die eigene Heterosexualit?t geklammert, dieser Mann ist in der ersten Konvergenz zu Asche verbrannt.

Was übrig ist, ist einfacher. Klarer. Ein K?rper, der wei?, was er will, und ein Verstand, der endlich aufgeh?rt hat zu streiten.

Mason klettert Kern auf den Scho?. Die Gr??enverh?ltnisse sind absurd und gro?artig.

Masons Kraftsportlerk?rper, kompakt und dicht gegen Kerns zwei Meter siebzig, die Schenkel bis zum Zerrei?en gespreizt, um Kerns Hüften zu umfassen.

Er greift nach hinten, schlie?t die Hand um Kerns Schwanz und führt die glitschige Eichel an sein Loch.

Wartet nicht. Atmet nicht. L?sst sich einfach sinken.

Der Laut, den Mason macht, ist gutturaler, unterirdischer Art, aus einer Gegend gezogen, die unterhalb der Sprache liegt.

Der Kopf f?llt ihm zurück. Der Mund geht ihm auf.

Sein K?rper nimmt Zentimeter um Zentimeter holzgemaserten Schwanz auf, und die W?rme tut ihr Werk.

Euphorisierend, entspannend, verwandelt unm?gliche Dehnung in eine Lust, die so scharf ist, dass sie wie Schmerz aussieht.

Durch den Boden empf?ngt Nolan jeden Millimeter von Masons Abstieg. Wie die Riffelungen fassen. Die Dehnung. Die unm?gliche Fülle. Sein eigener Arsch zieht sich mit an, und sein Schwanz zuckt, und quer durch die Kammer st?hnt Theo, und Dereks H?nde zittern da, wo sie Theos Hüften halten.

Kerns H?nde finden Masons Taille. Die Finger reichen fast ganz um ihn herum, der Gr??enunterschied obsz?n, erotisch, eine Proportion, die Entsetzen ausl?sen müsste und Nolan stattdessen das Wasser im Mund zusammenlaufen l?sst. Kern h?lt Mason ruhig und rollt die Hüften nach oben, ein langsamer Sto?, der ihn ganz aufnimmt, und Mason rei?t die Augen auf und schreit.

Kein Schmerz. Jenseits von Schmerz. Durch den Schmerz hindurch in ein Gebiet, in dem das Wort nicht mehr greift, in dem die Empfindung die F?higkeit des Gehirns zu sortieren überschritten hat und alles nur noch als mehr ankommt.

Der Schrei f?llt in Kaskaden. Nolans Blick zerbricht. Jonah taumelt. Derek schl?gt Theo die Z?hne in den Hals, und Theo biegt sich wie ein Bogen.

Kerns Frequenz sinkt tiefer. Der Basston rüttelt an den Wurzelw?nden, rüttelt neue Sporenwolken aus den Konsolenpilzen über ihnen, und die fallenden Sporen fangen das Licht, und die Kammer füllt sich mit treibenden goldenen St?ubchen wie das Innere eines Doms aus Glut.

* * *

?Nolan.“

Masons Stimme. Ruiniert. Nicht wiederzuerkennen. Er kreist auf Kerns Schwanz in langsamen, vernichtenden B?gen, die muskul?sen Schenkel ballen sich bei jeder Bewegung, Saft und Schwei? überziehen ihm die Haut in bernsteinfarbenen Streifen. Der Kopf dreht sich. Die Augen finden Nolan.

?Komm her.“

Nolans Fü?e setzen sich in Bewegung, bevor sein Gehirn einrastet. Das Moos ist warm und atmet unter seinen Sohlen, und jeder Schritt schickt seinen Herzschlag, seine Erregung, die genaue Frequenz seines Verlangens als Daten in den Boden, die jeder andere K?rper in der Kammer empf?ngt.

Er bleibt vor Mason stehen. Nah genug, um den Schwei? in Masons rotbraunem Bart zu sehen, die Verzweiflung in den dunklen Augen, die Bauchmuskeln, die sich mit jedem Rollen von Kerns Hüften darunter anspannen und l?sen.

Sie sind seit zehn Jahren Freunde. Sie sind zusammen auf Berge gestiegen, haben sich zusammen betrunken, haben einander nach Hause getragen.

Sie haben einander nie mit Absicht berührt.

Mason packt Nolan im Nacken und zieht ihn in einen Kuss.

Masons Mund ist hei?. Aggressiv. Er küsst, wie er alles tut: mit voller Kraft, keine halben Sachen, der Bart schabt Nolan über den Kiefer, und die Zunge dr?ngt ohne jede Vorrede zwischen Nolans Lippen.

Er schmeckt nach Kerns Saft. Dunkler Honig und ein mineralischer Stich, aufgeladen.

Nolan greift Mason an den Schultern und h?lt sich fest, und Mason l?st den Kuss lange genug, um zu keuchen: ?Fass mich an, verdammt, Nolan, bitte“, und Nolan schlie?t die Hand um Masons Schwanz.

Mason st??t in seine Faust. Kern st??t nach oben. Die Synchronisierung ist ein Zufall und verheerend. Mason aufgespie?t und gerieben im selben Augenblick, zwei Rhythmen, die in seinem K?rper zusammenlaufen, und der Laut, den er in Nolans Mund macht, ist ein Laut, den Nolan nie vergessen wird.

Dann ist Moder hinter Nolan.

Keine überraschung. Nolan hat ihn durch den Boden kommen gefühlt, hat die Verschiebung gespürt, als Moder n?her kam, diese pr?zise fremde Neugier, gebündelt wie ein Strahl.

Moder fasst Nolan an den Hüften. Seine Ranken schrauben sich Nolans Rückgrat hinab, zeichnen Wirbel nach, und Nolan ist noch offen von vorhin, noch glitschig, und als Moder wieder in ihn hineinst??t, ist es ein einziger langer, glatter, endloser Sto?, der ganz unten an Nolans Prostata anschl?gt und die Hand um Masons Schwanz so hart zugreifen l?sst, dass Mason ein bellender Laut aus der Brust f?hrt.

Vier von ihnen. Verbunden. Kern in Mason, Mason in Nolans Hand, Moder in Nolan, Nolan zwischen Masons Brust und Moders holzh?utigen Oberk?rper gepresst. Eine Kette aus K?rpern, jeder Sto? landet gleichzeitig in mehreren Nervensystemen.

Moder fickt ihn. Diesmal nicht langsam. Nicht wissenschaftlich.

Die N?he zu Kern, die Dichte der Konvergenz, hat Moders sorgf?ltige Methodik abgestreift und durch einen Hunger ersetzt, den Nolan bisher nicht von ihm gespürt hat.

Jeder Sto? treibt Nolan nach vorn, und jedes Mal, wenn Nolan nach vorn getrieben wird, bewegt sich seine Hand an Masons Schwanz, und jedes Mal, wenn die Hand sich bewegt, zieht Mason sich um Kern zusammen, und Kerns antwortender Sto? schiebt Mason wieder in Nolans Griff.

Eine Maschine. Ein Motor. Sich selbst erhaltend.

Die Kammerw?nde leuchten heller.

* * *

Auf der anderen Seite der Kammer ist Jonah zwischen Splint und Theo.

Nolan spürt sie durch den Boden, ein zweites Signal, das neben seinem eigenen l?uft, mit ihm verflochten, untrennbar.

Theo hinter Jonah, die Arme um seine Taille, den Mund im Nacken, den harten Schwanz in die Kerbe von Jonahs Arsch gepresst. Splint davor, kniend, das Gesicht auf Jonahs H?he, dieser zu weite Mund offen, die Greifzunge streckt sich vor und legt sich in einer einzigen spiraligen Windung um Jonahs Schwanz, von der Wurzel bis zur Spitze.

Jonah sacken fast die Knie weg. Theo h?lt ihn. ?Ich hab dich“, sagt Theo gegen seine Haut, und es ist z?rtlich auf eine Weise, die Nolan Theo nicht zugetraut h?tte, der Unberechenbare, der Rücksichtslose, der den Gr??ten von ihnen mit einer fast erschreckenden Ehrfurcht h?lt.

Splints Zunge zieht sich enger. Die Struktur ist glatt, warm, nass von etwas, das kein Speichel ist, eine dünnere Fassung des Safts, schwach euphorisierend, und sie überzieht Jonahs Schwanz, w?hrend die Zunge ihn in wogenden Wellen bearbeitet.

Jonahs H?nde finden Splints Kopf, die Finger sinken in das herabfallende Mooshaar, und Splint summt.

Die Vibration wandert durch die Zunge direkt in Jonahs Schwanz, und Jonah schreit auf, die Hüften schnellen nach vorn, und Nolan spürt das Echo dieser Vibration im eigenen Schaft, ein Phantomsummen, das ihm die Eier hochzieht.

Theo greift nach vorn. Seine Finger finden Splints Zunge dort, wo sie sich um Jonahs Schwanz windet, und er legt die Hand dazu, reibt über die gewundene Zunge, fügt menschliche Reibung zu fremder Struktur, und Jonah ist jetzt nicht mehr ansprechbar, gehalten zwischen den beiden, der goldbraune K?rper zittert.

?Dreh dich um“, sagt Theo. Leise. Sicher.

Jonah dreht sich. Sieht Theo an. In dieser Haltung sind sie fast gleich gro?, Theo kleiner, aber auf den Zehenspitzen gestreckt, das dunkle Lockenhaar wild, die T?towierungen schwach glimmend von leuchtendem Rückstand.

Er küsst Jonah, tief, gründlich, und greift nach unten, um seinen Schwanz an Jonahs Loch anzusetzen.

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