KAPITEL 20 #2
Splints Ranken, er hat sie auch, dünner als Moders, durchzogen von denselben wei? blühenden Trieben, die auf seinen Unterarmen aufgehen, treten aus seinen Fingerkuppen und erreichen Jonahs Eingang vor Theo.
Sie verteilen Saft. Bereiten vor. ?ffnen.
Jonah st?hnt gegen Theos Mund und schiebt sich auf die Ranken zurück, mit einer Verzweiflung, die sich durch den Boden übertr?gt und Nolan fast die Beine wegzieht.
Theo ersetzt die Ranken mit einem einzigen glatten Sto? durch seinen Schwanz.
Jonah nimmt ihn bis zum Anschlag, und sein Schrei bricht an Theos Mund.
Splint ordnet sich jetzt hinter Theo neu, der gewaltige K?rper krümmt sich um die beiden, sein Schwanz liegt in der Rinne von Theos Rückgrat, seine H?nde sind weit genug gespreizt, um Theos Hüfte und Jonahs zugleich zu fassen und sie mit jedem Sto? zusammenzuziehen.
Drei K?rper. Ein Rhythmus. Splints Blüten in voller Pracht, Blütenbl?tter fallen wie wei?es Konfetti auf Theos T?towierungen und Jonahs Schultern.
* * *
Derek ist drei Sekunden lang allein, bevor Moder ihn findet.
Zuerst kommen die Ranken, aus Moders freier Hand, w?hrend die andere Nolans Hüfte h?lt, w?hrend sein Schwanz seinen Rhythmus in Nolan beibeh?lt.
Moder ist beidh?ndig auf eine Weise, die mit H?nden nichts zu tun hat.
Seine Pilzf?den arbeiten halb selbstst?ndig, ein verteiltes Nervensystem, und die Ranken, die über den Moosboden auf Derek zuschl?ngeln, bewegen sich mit eigener Intelligenz.
Sie finden Dereks Kn?chel. Klettern. Schrauben sich die Wade hinauf, den Oberschenkel, dünne F?den vermehren sich, verzweigen sich, überziehen die Haut mit einem Spitzenmuster aus lebendigem Pilzfaden.
Derek sieht sie kommen. Der Arzt, der Analytiker, beobachtet, wie sein eigener K?rper besiedelt wird, und durch den Boden spürt Nolan Dereks Angst und seine Erregung und den genauen Moment, in dem die Erregung die Angst ers?uft und Derek aufh?rt, sich zu wehren.
Die Ranken erreichen seinen Schwanz. Winden sich darum. Ziehen sich in rhythmischen Pulsen zu, drücken und lassen los, drücken und lassen los, und jeder Druck ist mit Moders St??en in Nolan synchronisiert, sodass Dereks Lust und Nolans Lust in dasselbe Tempo einrasten.
Dann finden Splints Blüten ihn.
Splint ist noch hinter Theo und Jonah, aber seine Reichweite ist au?erordentlich.
Ein Arm über die Lücke gestreckt, und die wei?en Blüten, die entlang seines Unterarms aufgehen, l?sen sich.
Sie fallen nicht. Sie treiben. Sporentr?ger, die durch die dicke Luft der Kammer schweben und auf Dereks Brust landen, seinen Schultern, seiner Kehle. Wo sie landen, wurzeln sie.
Nicht schmerzhaft. Ein leichter Druck, als drückten ein Dutzend weiche Münder gleichzeitig gegen seine Haut.
Die Blüten pulsieren. Jeder Puls setzt eine Mikrodosis von Splints konzentrierter Spore direkt durch Dereks Dermis frei, und die Wirkung ist überw?ltigend.
Dereks Augen rollen nach oben. Sein analytischer Verstand, der letzte der fünf, der ganz abschaltet, geht dunkel.
Sein Mund ?ffnet sich. Es kommt kein Laut.
Sein K?rper wird starr und dann vollst?ndig, restlos schlaff, und die Ranken halten ihn aufrecht, betten ihn, tragen einen K?rper, der vergessen hat, wie man sich selbst tr?gt.
Moders Ranken arbeiten an Dereks Schwanz. Splints Blüten gehen über seiner Brust auf, wurzeln und pulsieren, ein Garten, der auf menschlicher Haut w?chst. Und Derek treibt mittendrin, aufgeh?ngt zwischen dem Einfluss zweier Waldschrate, das Gesicht eine Maske aus bet?ubter, leerer Seligkeit.
* * *
Nolan verliert den überblick über den eigenen K?rper.
Die Verbindung strahlt jetzt in alle Richtungen.
Er ist hier, zwischen Masons schwei?glatte Brust und Moders holzh?utigen Oberk?rper gepresst, Moders Schwanz tief in ihm, die Hand an Masons Schwanz, Kerns gewaltiger Rahmen hinter Mason, und er ist zugleich dort, wo immer dort ist, in allen K?rpern gleichzeitig.
Er fühlt Theos Schwanz in Jonah und Moders Ranken an Dereks Schaft und Kerns Riffelungen, die über Masons Prostata schleifen, und Splints Blüten, die auf Haut aufgehen, und die F?den, die unter ihnen allen pulsieren, ein Trommelschlag, ein Herzschlag, ein gemeinsamer Kreislauf, der Erregung pumpt wie Blut.
Sein Blick verschmiert. Syn?sthetischer Zusammenbruch.
Moders Frequenz ist violett. Er kann sie sehen, schmecken, ein purpurnes Summen, das ihm den Mund füllt.
Splints Blüten riechen wie ein Akkord auf Streichern.
Kerns Basston ist ein Druck auf der Haut, eine Hand, die überall zugleich drückt.
Das Bernsteinlicht der Kammer hat einen Geschmack, warm, mineralisch, der Geschmack der tiefen Hitze der Erde.
Er kann nicht mehr sagen, wo sein Orgasmus endet und der der Kammer anf?ngt.
Eine Welle baut sich in allen acht K?rpern gleichzeitig auf, die Erregung jedes K?rpers speist die Erregung jedes anderen, kein Ausschalter und keine Obergrenze.
Mason, auf Kern aufgespie?t, Nolans Hand gegen seinen Schwanz gedrückt, knurrend in Nolans Mund zwischen den Küssen, Mason ist kurz davor. Nolan spürt es im eigenen K?rper, eine Enge, die nicht seine ist, ein sich aufwickelnder Druck in einem Unterleib, den er nicht hat.
Jonah, zwischen Theo und Splint, Theos Schwanz tief in ihm und Splints H?nde um beide gelegt, Splints Zunge wieder um Jonahs Schaft gewunden, weil Splint reichen kann, weil Splint immer reichen kann, Jonah ist kurz davor.
Nolan spürt die besondere Beschaffenheit davon, anders als bei Mason, runder, voller, eine W?rme, die sich aus seiner Mitte nach au?en ausbreitet.
Derek, aufgeh?ngt in Moders Ranken und Splints Blüten, von verteilter fremder Intelligenz aus jedem Winkel bearbeitet, Derek ist kurz davor und wei? es nicht, sein waches Denken abgeschaltet, sein K?rper unterwegs zu einem H?hepunkt, bei dem sein Gehirn nicht anwesend sein wird.
Theo, tief in Jonah, Splints Schwanz am Rücken, Blüten fallen ihm auf die Schultern, das Gesicht an Jonahs Hals gedrückt, er atmet ihn ein, Theo war schon kurz davor, bevor das hier anfing.
Theo ist kurz davor, seit er die Waldschrate zum ersten Mal im Wald rufen h?rte.
Sein ganzes Leben war Vorspiel für das hier.
Nolan. Nolan ist am n?chsten dran. Weil Nolan der Kanal ist, der Biologe, dessen Fü?e seit Jahren in Waldboden stehen, dessen Schwelle für das Geflecht schon jenseits jeder Skala lag, bevor die Sporen ihn überhaupt berührt haben, dessen K?rper als Hauptknoten ausgew?hlt wurde. Jedes Signal l?uft durch ihn.
Moder wei? das. Moders St??e werden sch?rfer.
Pr?zise, angewinkelt, jeder ein direkter Treffer auf Nolans Prostata, der eine Schockwelle durch alle K?rper zugleich schickt.
Die Ranken an Nolans Brustwarzen ziehen sich zu.
Die F?den unter seinen Fü?en schwellen an, und Nolan begreift, die letzte zusammenh?ngende Beobachtung des Biologen, dass das Wurzelnetz unter der Kammer sich ausgedehnt hat.
Gewachsen ist. Der Wald w?chst buchst?blich aus der Energie dessen, was in diesem Raum geschieht.
Die W?nde der Kammer werden schneller hell und dunkel. Das Licht klettert über Bernstein hinaus in eine Lage, die sich Gold n?hert, Wei? n?hert, der Farbe erhitzten Metalls, und die Sporenwolken, die von der Decke treiben, fangen das Licht und werden zu einem Schneetreiben aus glühenden St?ubchen.
Kern brüllt.
Der Laut ist kein Laut. Er ist ein Ereignis.
Seismisch. Die Wurzelw?nde beben. Der Moosboden kr?uselt sich.
Jeder K?rper in der Kammer wird starr, w?hrend die Vibration sie mit einer Frequenz durchl?uft, die jede Nervenendigung zugleich reizt: Haut, Organe, die tiefsten propriozeptiven Sensoren, die einem sagen, wo der eigene K?rper im Raum ist. Für einen Augenblick wei? keiner von ihnen, wo er ist. Sie sind alle acht K?rper und kein K?rper.
Sie sind die Kammer. Sie sind das Wurzelnetz. Sie sind der Wald.
Mason kommt zuerst, oder Mason ist die Stelle, an der die Welle zuerst bricht, Nolan kann den Unterschied nicht mehr erkennen.
Mason, um Kerns Schwanz zusammengezogen, spritzt in dicken St??en gegen Nolans Bauch, den Mund offen in einem Laut, den eine menschliche Kehle nicht hervorbringen k?nnen sollte.
Kern folgt oder geschieht gleichzeitig. Der Orgasmus des Waldschrats ist ein Ausbruch, hei?er Saft flutet Mason von innen, und die Verbindung wird sofort durch das Gewebe aufgenommen und trifft Masons Blutbahn, und Masons Orgasmus verl?ngert sich, verdoppelt, verdreifacht sich zu etwas, das ihn ausl?scht.
Durch den Boden: eine Detonation.
Nolans Hand liegt noch an Masons Schwanz, spürt noch jeden Sto?, und Moder ist noch in ihm, und das gemeinsame Signal von Masons H?hepunkt und Kerns uraltem Orgasmus trifft Nolans Nervensystem wie eine Wasserwand, und er kommt.
Sein Arsch zieht sich um Moders Schwanz zusammen, und Moder folgt ihm hinüber, ein schauderndes Freiwerden, die Riffelungen schwellen an, warmer Saft füllt Nolan in rhythmischen Fluten, und die euphorische Verbindung feuert durch seine Schleimh?ute in die Blutbahn, und sein Orgasmus h?rt nicht auf, er verwandelt sich nur, wechselt die Frequenz, und die F?den unter seinen Fü?en werden hell.
Theo kommt in Jonah mit einem gebrochenen Schrei.
Jonah kommt gegen Splints gewundene Zunge.
Splints Orgasmus drückt sich durch seine Blüten aus.
Jede Blüte an seinem K?rper ?ffnet sich auf einmal und entl?sst eine Wolke leuchtenden Blütenstaubs, die die Luft füllt und alles mit einem feinen Goldstaub überzieht, und wo der Staub Haut berührt, feuern die Nervenenden.